Bundesnetzagentur: Zwischenbericht der Monitoringstelle für Glasfaser-Doppelausbau

Erste Bestandsaufnahme mit Doppelausbaufällen

11. April 2024

Die Bundesnetzagentur hat einen Zwischenbericht der im Juli 2023 von ihr und dem Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) eingerichteten Monitoringstelle zur Erfassung von doppelten Glasfaserausbauvorhaben veröffentlicht. Der Zwischenbericht stellt eine Bestandsaufnahme mit Doppelausbaufällen aus der Praxis dar, so Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Dabei zeigt sich, dass einerseits parallele Ausbauvorhaben grundsätzlich über den gesamten Markt und in unterschiedlichen wettbewerblichen Konstellationen zu beobachten seien. Andererseits deuten die Ergebnisse auf die grundsätzliche Relevanz der Marktposition des doppelt ausbauenden Unternehmens hin.

Bundesnetzagentur
Bundesnetzagentur in Bonn (Foto: tarif4you.de)

Ergebnisse des Zwischenberichts

Der Analyse des Zwischenberichts liegen 427 Fälle zugrunde, die bis einschließlich 01. März 2024 an die Monitoringstelle übermittelt wurden. Sie umfassen sowohl bereits erfolgte als auch bisher lediglich angekündigte Doppelausbauvorhaben. Laut Bundesnetzagentur steht im Fokus der Untersuchung, aus der Betrachtung aller Fälle ein Gesamtbild zu erstellen. Ein wesentlicher Bestandteil sei, unterschiedliche wettbewerbliche Konstellationen zu betrachten.

Rein zahlenmäßig halten sich die Fälle, in denen einerseits die Deutsche Telekom und andererseits ihre Wettbewerber als das doppelt ausbauende Unternehmen bezeichnet worden sind, die Waage, so die Behörde. Dabei habe sich jedoch gezeigt, dass die Deutsche Telekom ? verglichen mit anderen doppelt ausbauenden Netzbetreibern – häufiger kurzfristig auf den Vertriebsstart eines zuerst aktiven Wettbewerbers reagiert oder nur lukrative Kerngebiete erschließt.

Die Bundesnetzagentur betont, dass die Untersuchung ausschließlich auf den Angaben der sich am Monitoring beteiligenden Akteure beruht. Diese Angaben lassen sich häufig nicht gänzlich verifizieren. Zudem erlauben die Schilderungen keine Rückschlüsse auf die Motive und Strategien der beteiligten Unternehmen. Eine fundierte wettbewerbliche Bewertung sei daher bislang nicht möglich, heißt es weiter.

Weiteres Vorgehen

Parallel zur Veröffentlichung des Zwischenberichts werden einerseits die Deutsche Telekom und andererseits jene Wettbewerberunternehmen angeschrieben, die mehrfach als doppelt ausbauender Netzbetreiber benannt wurden. Ziel sei es, weitere Informationen einzuholen, unter anderem zu den Entscheidungen der Unternehmen zum Ausbau und zu ihrer Bereitschaft, verstärkt miteinander zu kooperieren und Open-Access-Vereinbarungen zu erzielen.

Die Monitoringstelle soll alle eingehenden Informationen ergebnisoffen analysieren und die dabei gewonnenen Erkenntnisse im Anschluss veröffentlichen. Parallel steht die Monitoringstelle weiterhin für Meldungen von Doppelausbaufällen zur Verfügung.

Der Zwischenbericht ist unter www.bundesnetzagentur.de/doppelausbau-monitoring veröffentlicht.

Quelle: Mitteilung der Bundesnetzagentur

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